Doing small Things with great Love

27Jan2014

Heute war ein riesengroßes Paket für uns bei der Post! Voll mit Kinderklamotten und Schulmaterial und einer Karte mit den besten Grüßen aus Deutschland. 

Sarah schrieb mir vor ein paar Wochen, wie gerührt sie sei von meinen Texten und Bildern, von unserer Arbeit hier, und dass sie und ihre Familie gerne etwas beitragen würden. Da haben sie einfach ohne zu Zögern ein Paket gepackt und es hergeschickt.

Jetzt sitz ich sprachlos hier. Vor diesem großen, liebevoll gepackten Paket, vor Eurer Liebe und Hilfsbereitschaft. 

Ich kann es nicht erwarten, die Bilder zu sehen, die die Kinder mit den Stiften malen, die Geschichten zu hören, die dahinter stecken. Ich kann es nicht erwarten zu sehen, wie sie Sarahs und Julias Kindershirts tragen!

Im Moment passiert hier so viel Gutes. Letzte Woche konnten - dank Spenden - fünf Kinder aus unserem Dorf zum ersten Mal zur Schule gehen, einige von ihnen sind bereits zehn Jahre alt. Wir unterrichten sie separat auf dem Boden hinter der Schule (weil die Klassenräume voll sind). Sie haben noch nie einen Stift gehalten, haben nie gelernt sich in der Schule zu benehmen. Bis letzte Woche sind sie als "troublemaker" im Dorf herumgestromert, und wenn irgendwo jemand wütend gebrüllt hat, konnte man sich fast sicher sein, dass einer dieser Jungs die Ursache war... Da liegt so viel Zauber im ersten selbstgemalten Bild, im Namen-schreiben zum ersten Mal, in Godsways strahlendem, stolzen Gesicht. Der Unterricht mit den fünf Kindern ist anstrengend und nervenaufreibend und wunderschön. Das sind gute Momente im harten ghanaischen Schulalltag, mit dem wir Volunteers alle unsere Schwierigkeiten haben. Unser eigener Unterricht (der natürlich auch irgendwie chaotisch ist und den wir im Nachhinein selbst oft nur mit einem seufzenden "oh well..." kommentieren können)  macht trotz aller Anstrengung Spaß, aber die anderen Lehrer zu beobachten, die erstens überhaupt gar keine Ahnung von Didaktik, Methodik, Pädagogik und manchmal nicht mal von ihrem eigenen Unterrichtsfach haben, und die zweitens die Kinder nicht selten schlagen, ist manchmal fast unerträglich. Aber es ist nicht unsere Kultur hier, und große Veränderungen brauchen viel Zeit. Auch macht es keinen Sinn, einfach die Arbeit der lokalen Lehrer zu übernehmen. Wir arbeiten allen vielen Ecken und Enden auch mit der Schulleitung und den Lehrern, wenngleich es letztlich das Ziel von TANF ist, eine eigene Schule aufzubauen, die alle Kinder kostenlos besuchen können und wo sie guten Unterricht erhalten. Andererseits wollen wir natürlich auch irgendwie die Bildung in den Schulen verbessern, die es bereits gibt... 

Es ist wirklich spannend, hier dabei sein zu dürfen und so involviert zu sein und zusätzlich Eure Unterstützung aus der Heimat zu spüren!

Danke Euch allen und ein riesengroßes Dankeschön vom ganzen TANF-Team heute besonders an Sarah, Julia, Andrea und Uli!

(Fotos folgen!)